top

Gedenken 2015 an die Pogromnacht 1938

Verbindungslinien zwischen der aktuellen Flüchtlingssituation des Jahres 2015 und den Geschehnissen im Jahr 1938 zog die Gedenkveranstaltung am 9. November 2015 in der Synagoge in Darmstadt. Dabei waren sowohl warnende und bittere Worte zu hören als auch positive Äußerungen über das heutige Engagement vieler Menschen für Flüchtlinge.
Ziel der Gedenkveranstaltung war, an die Zerstörung der Synagogen 1938 und an die Vertreibung und Ermordung von Millionen Jüdinnen und Juden durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft im Holocaust zu erinnern. Zu dem Gedenken an die Opfer hatten die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die Jüdische Gemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gemeinsam eingeladen.

Hintergrund

Am 9. November 1938 brannten in ganz Deutschland jüdische Gotteshäuser. Auch die Synagogen in Darmstadt wurden in dieser Pogromnacht geschändet und niedergebrannt. Neben der Orthodoxen Synagoge an der Ecke Bleichstraße und Grafenstraße zerstörten SA-Angehörige, NSDAP-Mitglieder und Hitlerjugend ebenfalls die Liberale Synagoge in der Friedrichstraße und die Eberstädter Synagoge. Jüdische Familien wurden in dieser Nacht sogar in ihren Wohnungen angegriffen und misshandelt.

1933 hatten in Darmstadt noch etwa 1.500 Jüdinnen und Juden gelebt, 1945 kehrten nur sechs Überlebende in die Stadt zurück. Nach ihrer Neugründung 1946 traf sich die Jüdische Gemeinde zunächst in einem einfachen Betraum in der Wendelstadtstraße, später im Betsaal im Gemeindehaus in der Osannstraße. Erst in den 1980-er Jahren wurde eine neue Synagoge in der Wilhelm-Glässing-Straße errichtet, am 9. November 1988 konnte die Jüdische Gemeinde dort das neue Zentrum ihres Gemeindelebens einweihen.

   Acrobat Reader  Valid CSS!  Valid XHTML 1.0!
bottom