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„Darmstädter Christen jüdischer Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus“

Ein Projekt der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt

(Darmstadt. Mai 2016) Was geschah mit Christen jüdischer Herkunft in der NS-Zeit im Raum Darmstadt? Das Schicksal der zum christlichen Glauben konvertierten Darmstädter und hessischen Juden während der Zeit des Nationalsozialismus ist bisher aber weitgehend unbekannt. Wegen ihrer jüdischen Herkunft waren sie der antisemitischen Verfolgung ausgesetzt und fielen zu Tausenden dem Holocaust zum Opfer.

Um ihre Drangsal zu erforschen und Wege eines angemessenen Gedenkens zu entwickeln, begründeten die Evangelische Kirchen in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirchen von Kurhessen und Waldeck (EKKW) im Jahr 2007 ein Forschungs- und Erinnerungsprojekt. Ergebnisse der Untersuchung sind eine Wanderausstellung und eine Buchveröffentlichung unter dem Thema „Getauft, ausgestoßen – und vergessen? Zum Umgang der evangelischen Kirchen in Hessen mit den Christen jüdischer Herkunft im Nationalsozialismus“ (Hanau 2013).

Das Forschungsprojekt versuchte zu klären, wie viele evangelische Christen jüdischer Herkunft im Bereich der beiden hessischen Kirchen lebten, wo sie wohnten und zu welchen Kirchengemeinden sie gehörten. Es wurde auch untersucht, was sie als „getaufte Nichtarier“ unter der nationalsozialistischen Verfolgung zu erleiden hatten, wie viele dieser Menschen emigrierten, wie viele in Ghettos, Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden und umkamen. Auch wurde der Frage nachgegangen, wie sich die Kirchen und Kirchengemeinden gegenüber ihren Mitgliedern jüdischer Herkunft zur Zeit des Nationalsozialismus und nach 1945 gegenüber den ehemals Verfolgten verhalten haben, gehörte doch die damalige „Evangelische Landeskirche Nassau-Hessen“ zu den Kirchen, die ihre „nichtarischen“ Mitglieder 1942 ausschloss.

Um die bisher für Hessen vorliegenden Erkenntnisse auch für Darmstadt fruchtbar zu machen, hat die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt beschlossen, durch die TU-Studentin Julia Hafermann sondieren zu lassen, welche Forschungen und Darstellungen für Darmstadt möglich sind. Zur Vertiefung der ersten vorliegenden Ergebnisse sollen die Kirchengemeinden zur Mitarbeit gewonnen werden. Vor allem soll in den dort vorhandenen Quellen nach Informationen über das Schicksal von Christen jüdischer Herkunft geforscht werden.

Einen ersten Bericht über das Projekt gab Julia Hafermann im April 2016 bei der Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt.

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